Aktuelles

Filmessay
von Bernt Engelmann und Gisela Wunderlich

Ernst Gamperl
Ein Meister des U-Tsu-wa

Kino im Griesbräu Murnau
Obermarkt 37

Sonntag, 1. März 2026, 10.30 Uhr, mit Filmgespräch
Mittwoch, 4. März 2026, 18.30 Uhr

Ernst Gamperl

Buch, Regie, Kamera, Schnitt:
Bernt Engelmann und Gisela Wunderlich

90 Min., Farbe I s/w,
HD-Digital und DVD, D 2025

Ernst Gamperl hat Schreinerei gelernt und dabei schon früh eine besondere Variante entdeckt: das Drechseln. Als ehemaliger Extremsportler konnte er allerdings nicht der Versuchung widerstehen, diese Technik sehr rasch bis an ihre Grenzen auszureizen. Seine extrem dünnwandigen Schalen und formstarken Gefäße haben schon früh internationales Aufsehen erregt. Durch die ebenso einfühlsame wie handwerklich konsequente Auseinandersetzung mit dem Material Holz – bevorzugt Eiche – hat er entdeckt, dass Objekte aus frischem Holz nach dem radikalen Aushöhlen auf der Drechselbank einen schwer kalkulierbaren, völlig eigenständigen (Ver-)Formungsprozess generieren, der sie zu wesenhaften Gestalten werden lässt. Fehler im Ausgangsmaterial werden bewusst einbezogen. Seine neuesten, mannshohen Arbeiten in der Ambivalenz von Autonomie und Verletzlichkeit dürfen gleichermaßen als handwerkliche wie als künstlerische Sensation gewertet werden.

Filmessay
Eremit am leeren Tisch
in der Bildwerkstatt des Zeichners und Malers Heinz Butz
von Bernt Engelmann und Gisela Wunderlich

Breitwand Kino
Wittelsbacherstraße 10, Starnberg

8. März 2026, 18.00 Uhr, mit Filmgespräch

Buch, Regie, Kamera, Schnitt:
Bernt Engelmann und Gisela Wunderlich

82 Min., Farbe I s/w,
HD-Digital und DVD, D 2019

Vor sieben Jahren ergab sich die wunderbare Gelegenheit, den 93-jährigen Heinz Butz zu seinem Oeuvre ausführlich zu befragen und ihn mit der Kamera zu dokumentieren.
Auch der Basler Kunsthistoriker Prof. Gottfried Boehm, ein exzellenter Kenner und Kommentator der Kunst der Nachkriegszeit und des Oeuvres von Heinz Butz, kommt ausführlich zu Wort. Er meint, besonders bei Heinz Butz könne man das Handwerk des Auges studieren.

Filmessay
Paul Klee: Im Licht von Kairouan
eine Zeitreise in Bildern 1900 -1920
von Bernt Engelmann und Gisela Wunderlich

Breitwand Kino, Gauting
Bahnhofplatz 2

22. März 2026, 11.00 Uhr, mit Filmgespräch

Buch, Regie, Kamera, Schnitt:
Bernt Engelmann und Gisela Wunderlich

90 Min., Farbe I s/w,
HD-Digital und DVD, D 2014

Dieser Film entfaltet das einzigartige Œuvre von Paul Klee in Zeiten eines beispiellosen kulturellen und politischen Aufbruchs. Die »Tunisreise« von Paul Klee, August Macke und Louis Moilliet gehört zu den legendären kunstgeschichtlichen Topoi am Beginn der Moderne. Besonders die nachträglich überarbeiteten Tagebuchaufzeichnungen von Klee haben diese Reise zu einem Erleuchtungserlebnis stilisiert. Anhand einer enormen Fülle an zeitgenössischem Foto- und Filmmaterial sowie mit zahllosen Bildbeispielen aus dem Œuvre von Klee, Macke und Kandinsky, die bis heute nichts von ihrer Leuchtkraft verloren haben entwickelt der Film die künstlerische Biographie von Paul Klee und stellt sie zugleich in den Zusammenhang der gewaltigen kulturellen und gesellschaftlichen Umbrüche am Beginn des 20. Jahrhunderts. In München ergibt sich für Klee der wichtige Kontakt zur äußerst agilen »Szene« erst spät. Über den »Umweg« einer inspirierenden Tunisreise mit Macke und Moilliet findet er zu einem methodisch einmaligen Repertoire, das er auch und gerade unter dem Eindruck des Weltkriegs zu einer völlig eigenständigen bildnerischen Kosmologie entwickelt. Paul Klee wird als Künstler erkennbar, der länger als andere um eine bildkünstlerische Ausdrucksform gerungen, schließlich jedoch zu einem zeitlosen und unverwechselbaren Œuvre gefunden hat.

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